2005-11-09

· Sex S(ell)erie


· Heute Abend startet auf Pro7 die neue Serie "Alles außer Sex". Mir ist das egal, da ich eh nur drei Programme empfange und die alle öffentlich-rechtlich sind (leider). Christian Balz, Leiter "Deutsche Fiction" auf Pro7, hat anlässlich der ersten von dem Sender produzierten Serie seit fünf Jahren verlauten lassen, dass anstatt einfach eine neue US-Serie einzukaufen, ein Innovationsschub in der deutschen Serienlandschaft längst überfällig gewesen sei. Aha. Die Innovation besteht offensichtlich darin, das Format von US-Serien blind abzukupfern. Innovations ist schließlich nicht Kunst: man muss nicht in einem runden Saal in die Ecke spucken oder Geruch auf ein Tonband aufnehmen können und Dünnschiss rutscht auch so vom Nagel. Wenigstens hat man zwei der weiblichen Protagonistinnen mit besonders innovativen Namen ausgestattet: Minza und Frenzy. So heißt in München mittlerweile jede zweite.

· Ironischerweise heißt der zuständige für diese Serie: Balz. Und über die Wortkombination "Deutsche Fiction" schreibe ich demnächst eine innovative Serie in der deutschen Ausgabe des "Rollenden Stone".

· Thomas Bernhard hätte sich seine Erzählung "Ist es eine Komödie? Ist es eine Tragödie?" sparen können, wenn er noch länger gelebt hätte. Schwupps hätte man ihm das Format "Dramedy" vor die Nase gesetzt. Dramedy Drameda. Ich wette ein hochbezahltes Team von Werbefachleuten hat monatelang über diesen innovativen Neologismus nachgedacht oder gewetteifert und ihren Entwurf, den neuen Kleinwagen von Subaru "Subba" zu nennen, erstmal beiseite geschoben. Auch wären Bedenken, dass die kleine schwäbische Diaspora (nein, kein Neologismus aus "Diaprojektor" und "Sportgerät") mit einem Auto dieses Namens Probleme haben könnte, auf der Tagesordnung zurückgestellt worden. (Werbefilmidee: 2 Schwaben unterhalten sich. "Was fährschtn du da?" - "Des isch der Subba" - "Nee, was du fährscht, net was du ischt" - "Ja, Subba. Subba Subaru" - "Des find ich ja subba." usf.)

· Blogade ist nicht der Wettbewerb olympischen Hintergedankens aller weltweiten Blogs. Und weder ist es der Aufruf seinen persönlichen Blog zu verabschieden noch die Aussprache einer kleinen schwäbischen Diaspora zum Thema Castortransport.

Live · Selling The Drama

2005-11-08

· Studie in Scholl

· Was man heute aus der Bild-Zeitung Tolles erfahren konnte: "Wenn ich nochmal heirate, dann nur Jessica", sagt Mehmet Scholl. Jessica ist seine aktuelle Freundin. Und mal ehrlich, was soll er denn bitte auch sonst sagen? "Wenn ich nochmal heirate, dann nur Heike"? Die kennt er ja nicht mal. Horden von heiratswütigen Heikes würden ihm mailen. Und Jessica würde doch zurecht stutzen und ihn zurechtstutzen, ob so einer Aussage.

· Aber Bild stellt klar, dass Schollis Ex (Susanne) ja Vergangenheit ist. Das überrascht, hätte man ob der Vorsilbe gar nicht vermutet. Denn ab sofort zähle für ihn nur noch Jessica, mit der er aber seit sechs Jahren liiert ist. Wer zählte aber dann in den letzten 5 Jahren, 11 Monaten und wasweißichwieviel Tagen, Minuten, Sekunden für ihn?
(Hierbei erinnere ich an die legendäre Halbzeitpause des Spiels Mönchengladbach vs. Schalke vor etlichen Jahren, als Premiere zu Ehren von Reinhard "Stan" Libuda einen Bericht präsentierte bei dem ein Freund von ihm am Grab stand und behauptete: "Ich stehe hier das erste Mal am Grab meines besten Freundes. Ich habe ihn noch angerufen. Er ist seit einem Jahr tot." Wundervoll.)

· Apropos Scholl. Auch Wikipedia fördert Großartiges zu Tage, wenn man sich den Schollartikel durchliest: "Einmal auf dem Platz stellt er eine deutliche Bereicherung für seine Mannschaft dar." (Aber zweimal auf dem Platz...) Und weiter: "Mit einem für den Leistungssport besser geeigneten Körper, hätte Mehmet Scholl noch deutlich mehr erreichen können". Genau das habe ich bei Jürgen Hingsen auch immer gedacht. Junge, dachte ich, wenn du nur einen für den Leistungssport besser geeigneten Körper und nicht zig Fehlstarts hingelegt hättest, Junge, dann wärste was geworden. Aber, ich sag dir was, Junge, warte mal, da kommen noch ganz andere, denen das auch so geht. Und irgendwann heiraten die dann Heikes, die sie nichtmal kennen.

· Übrigens Scholl-Latour ist kein Doppelname einer ehemals mit Mehmet verheirateten Lydia Latour und auch kein Tippfehler einer englischen Arbeiterpartei mit ihm als Spitzenkandidat.

♪ Fairport Convention · Scholly On The Shore

2005-11-04

· Von Menschen und Schafen


· Weil mich Millionen Menschen darauf angesprochen haben, ein Blog bräuchte doch dringend einen Running Gag. Jenun, ich übe noch.

· Aus der Reihe: Geflügelte Worte richtig verstanden, können eine schöne Sache sein. Heute: die Bild-Online Überschrift vom 2.11.2005. "Andrea Nahles: Ich habe den Schuß nicht gehört." Herrlich. (Mal davon abgesehen, hätte ich ihr das schon vor Jahren sagen können.)

· Das Wort Limitierung stammt übrigens nicht von Limette.

· Wikipediawörter des Tages heute: Segelbader, Schwanzwurzel und Doktorfischartige

♪ Robert Wyatt · Heaps Of Sheeps